Köln: Bund Deutscher Volksbühnen stellt Weichen für die Zukunft


Bei bestem Sommerwetter trafen sich gut 30 Volksbühnen-Vertreter aus dem ganzen Bundesgebiet in der Kölner Volksbühne am Rudolfplatz zur Mitgliederversammlung des Bundesverbandes. Auf der Tagesordnung standen wichtige Satzungsänderungen, die den Eintritt der Volksbühnen-Vereine erleichtern sollen.

 

Überregionale Zusammenarbeit intensivieren

In den letzten Jahren, insbesondere bei den überregionalen Treffen der Vereine, zu den letzten Volksbühnentagen in Bielefeld und Lüneburg und bei der jährlichen Arbeitstagung in Jeddingen festigte sich unter den Beteiligten der Wunsch, die bundesweite Vernetzung der Volksbühnen-Vereine wieder zu intensivieren und dafür den Bund Deutscher Volksbühnen zu nutzen. Diesem gehörten zuletzt jedoch nur noch 12 der knapp 60 Volksbühnen-Vereine im Bundesgebiet an, und die veraltete Satzung erschwerte den Eintritt neuer Vereine.

In Köln nun aktualisierten die Mitgliedervereine die Satzung entsprechend und machten so den Weg frei für die Aufnahme neuer Mitglieder. Durch die Versammlung führte, nach Begrüßung durch den Vorsitzenden Bernd Hölzer (Volksbühne Bergisch-Land) der stellvertretende Vorsitzende Bernd Link (Bielefeld) souverän – galt es doch auch, auf vereinsrechtliche Spitzfindigkeiten Acht zu geben, sodass die Satzungsänderung auch juristisch bestand haben wird. Über die einzelnen zu ändernden Punkte (entscheidend: das veraltete und unpraktische Delegierten-System, nach dem jeder Mitgliedsverein eine an seiner Mitgliederzahl orientierte Anzahl Delegierte zu den Mitgliederversammlungen zu senden hatte, sowie die Beitragsordnung) herrschte Konsens bei den Anwesenden – so gestalteten sich die Diskussionen um die jeweils zu ändernden Punkte erfreulich kurz.

Die nächste Mitgliederversammlung – dann schon mit deutlich mehr Mitgliedervereinen – wird im November in Jeddingen stattfinden. Dann steht auch die Neuwahl des Vorstandes auf der Tagesordnung.

 

Kölner Volksbühne als Gastgeber

Im Vorfeld hatten sich schon gut 40 Volksbühnen bereiterklärt, dem Bund unter den neuen Voraussetzungen (wieder) beizutreten. Und so wurden bereits direkt nach der Satzungsänderung die ersten neuen Mitglieder aufgenommen. Unter anderem auch die Kölner Volksbühne, die freundlicherweise ihr Haus als Versammlungsort zur Verfügung stellte. Getagt wurde auf der Bühne des traditionsreichen Theaters in einmaligem Ambiente. Einige Vertreter reisten bereits am Freitag an und genossen zusammen mit der Kölner Volksbühnen-Geschäftsführerin Jutta Unger einen gemeinsamen Besuch in der Philharmonie: Zu hören war das WDR Sinfonieorchester mit Hector Berlioz (Les Nuits d’été op. 7 (1840–41) Bariton: Christian Gerhaher) und Beethoven (Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 (1807–08) Pastoral-Sinfonie oder Erinnerung an das Landleben. Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei).

 

Zukunftsfähig gestalten

Neben dem Bund gewährleisteten in den letzten Jahren auch die 2002 gegründete “Arbeitsgemeinschaft Deutscher Volksbühnen” und der von ihr halbjährlich herausgegebene Volksbühnen-Spiegel die wichtige überregionale Vernetzung. Nun sollen sich die Aufgaben wieder im Sinne der Mitgliedervereine in nur einer überregionalen und zukunftsfähigen Organisation bündeln. Indem ihre Beschlüsse den Bund Deutscher Volksbühnen den heutigen und zukünftigen Ansprüchen der Vereine anpassen, brachte die Versammlung in Köln die Volksbühnen diesem Ziel einen großen Schritt näher.

Kristof Warda