Lüneburg: Erfolgreicher Volksbühnentag mit Gästen aus dem gesamten Bundesgebiet


Vom 17. Bis zum 19.März trafen sich in Lüneburg knapp 50 Vertreter von Volksbühnen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die weiteste Anreise hatten wohl die Kollegen aus München und Stuttgart, während es für die Vertreter aus Hamburg nur ein Katzensprung in die alte Hanse- und Salzstadt gewesen ist.

 

Freitag: Anreise, Ankunft, Abendessen

In Lüneburg erwartete die Volksbühnenvertreter ein abwechslungsreiches Programm. Am Freitag, dem „Anreisetag“ der meisten Teilnehmer, bezog man die Hotelzimmer und traf sich noch zum gemeinsamen Abendessen im urigen Mälzer Brauhaus.

 

Samstag: Arbeitstreffen, Stadtführung, Theaterbesuch

Der zweite Tag begann im Museum Lüneburg mit einem internen Arbeitstreffen.  Auf den Vortrag zum Thema “Chancen der Volksbühnenidee zu Beginn des 21. Jahrhunderts” des Vorstandsvorsitzenden der Volksbühne Hamburg Bernd Rickert (Der Vortrag zum Nachlesen hier) folgte die Aufteilung in vier Arbeitsgruppen zu den angesprochenen Unterthemen.

Die vier Moderatoren präsentierten die erarbeiteten Ergebnisse ihrer Gruppen:

  • “Ursprung und Entwicklung der Volksbühnenidee”, (Kristof Warda, Kiel)
  • “Volksbühnenarbeit heute”, (Bertram Scholz, Hamburg)
  • “Veränderung der Mitgliederstruktur und der Mitgliederansprüche”, (Michael Hillers Wilhelmshaven)
  • “Die Volksbühne als Serviceorganisation” (Bernhard Müller, München)

Nach dem Arbeitstreffen (Moderation Bernd Link, Bielefeld) und einem Mittagessen im Museum wurde die Versammlung in zwei Gruppen zur Stadtführung aufgeteilt.

Am Abend ging es in die Vorstellung “Schlafes Bruder”, einer Inszenierung mit Tanz und Gesang sowie einem großen Chor von Olaf Schmidt. Die Inszenierung, insbesondere die Tanzchoreographie, wurde von allen Teilnehmern sehr positiv aufgenommen. Der Abend klang in einem nahegelegenen Lokal aus.

 

Sonntag: Intendantengespräch, Festempfang, Abreise

Der dritte Tag war der “öffentliche” Tag, zunächst mit einem Gespräch mit dem Intendanten Hajo Fouquet und dem stellvertretenden Intendanten und Chefdramaturgen des Lüneburger Theaters Friedrich von Mansberg zum Stück und zur Arbeit eines kommunalen 3-Sparten-Hauses vor den Toren der Großstadt Hamburg.

Das Theater setzt auf starke Bindung des Publikums mit dem Theater, unterstützt zahlreiche andere Kulturschaffende in der Stadt und inszeniert mit dem vergleichsweise sparsamen Budget mutig und zeitgemäß und kann sich so erfolgreich gegen die große Konkurrenz Hamburgs behaupten. Gerade das Tanztheater füllt das Haus in besonderem Maße. Das Theater Lüneburg stellt somit ein erfolgreiches Konzept eines Stadttheaters dar, das mit einem bescheidenen Intendanten, gutem Umgang mit den Mitarbeitern, vielen guten Ideen und einer engagierten Jugendarbeit zeigt, was alles mit einem sehr begrenzten Finanzrahmen möglich ist.

Anschließend gab es einem Empfang im Rathaus, moderiert von der stellvertretenden Vorsitzenden der Volksbühne Lüneburg, Ulrike von Seelen. Redebeiträge kamen vom Bürgermeister Ulrich Mädge, der Staatssekretärin des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur Andrea Hoppes, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Bundes deutscher Volksbühnen Bernd Link und dem Vorsitzenden der Volksbühne Lüneburg Helmut Ebert. Für unterhaltsame Abwechslung sorgte das Ensemble des Theaters Lüneburg mit Gesangseinlagen aus der Operette “Das Feuerwerk” von Paul Burkhard, das am 1. April 2017 Premiere hat.

 

 

Bernhard Müller