Düsseldorf: NRW-Volksbühnen trafen sich mit Kulturministerin Christina Kampmann


“Wir können nicht erwarten, dass uns in der Kulturpolitik alle kennen und einschätzen können” sagt Bernd Link, stellvertretender Vorsitzender des Bundes Deutscher Volksbühnen und organisierte kurzerhand eine Kennenlern-Runde mit NRW-Kulturministerin Christina Kampmann im Düsseldorfer Ministerium.

In der lockeren Gesprächsrunde schilderten die Vertreter der gut 15 Volksbühnen aus dem Landesgebiet der interessierten und aufgeschlossenen Ministerin die geleistete Kulturarbeit der einzelnen Vereine vor Ort.

Die Nordrhein-Westfälischen Volksbühnen nutzten das Treffen in Düsseldorf durch eine dem Treffen mit der Ministerin vorausgehenden Arbeitssitzung auch für den internen Austausch. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie vielfältig die Volksbühnen-Arbeit heute ist und wie unterschiedlich sich die Arbeit vor Ort ausgestaltet. Während z. B. die Volksbühne Bergisch-Land die Theater in Essen, Düsseldorf und Krefeld besucht, führt die Volksbühne Witten selbst Veranstaltungen in einem gemieteten Saal durch. Die Volksbühnen der größeren Städte haben das Kulturangebot vor der Haustür, die Kölner Volksbühne hat sogar ein eigenes Theaterhaus.

 

Zur Sprache kamen auch die neuen Anforderungen an die Theaterbesucherorganisationen, um zeitgemäß zu bleiben. “Wir sitzen zwischen den Zeiten”, gab Initiator Bernd Link (Bund Deutscher Volksbühnen, VB Bielefeld) zu bedenken: Mit der Digitalisierung fände zwar aktuell ein tiefgreifender Umbruch, auf den die Volksbühnen reagieren müsse. Ein Teil der Mitglieder sei jedoch nicht elektronisch zu erreichen. Aufgabe der Volksbühnen müsse es sein, zwei Generationen zu bedienen. Jutta Unger, Geschäftsführerin der Kölner Volksbühne wies auf die immensen Einsparungspotenziale hin, die die Digitalisierung in der alltäglichen Arbeit mit sich bringen könne: So koste das manuelle, postalische Verschicken von Tickets nicht nur Porto sondern auch Arbeitszeit.

 

Aktiv den Kontakt zur Kulturpolitik vor Ort und auf Landesebene zu suchen und über die Kulturarbeit der Volksbühnen zu informieren, ist ein wichtiger Aspekt der gemeinsamen Arbeit, ebenso der regelmäßige Austausch untereinander – auf Bundes- auf Landes- und auf regionaler Ebene.

Die nächste Möglichkeit dafür gibt es am 18. und 19. März in Lüneburg: Auch die Initiatoren des Volksbühnentages in Lüneburg haben den Kontakt zur Politik auf Stadt- und auf Landesebene gesucht: Zur großen Matinee-Veranstaltung am Sonntag im Rathaus kommt auch die Staatssekretärin im Kulturministerium Niedersachsen.

Kristof Warda