Jeddingen: Vertreter von 20 Volksbühnen trafen sich zum Wochenendseminar


So viele waren es noch nie. Am 5. und 6. November trafen sich ca. 40 Vertreter von insgesamt 20 Volksbühnen aus dem gesamten Bundesgebiet – von Kiel bis Regensburg, von Chemnitz bis Köln – im beschaulichen Jeddingen, Niedersachsen. Damit folgten ein Drittel der Volksbühnenvereine der Einladung der Bremischen Volksbühnen zum bereits 27. Wochenendseminar in das Tagungshotel Jeddinger Hof. 

 

Fester Termin im Volksbühnen-Jahr

Das jährliche Seminar ist bereits 1991 auf Initiative des damaligen Vorsitzenden der Bremer Volksbühne Klaus Schmidt mit der Idee ins Leben gerufen worden, den Austausch der Volksbühnen über ihre alltägliche Arbeit zu fördern und die Verbindung zueinander zu halten. Mit der Zeit hat sich “Jeddingen” zum festen Termin des Volksbühnen-Jahres entwickelt. Auch die diesjährige Tagung wurde wieder von Waltraut Linke (Volksbühne Bremen) in Zusammenarbeit mit Bertram Scholz (Inkultur Hamburg) organisiert und vorbereitet.

Hilfestellung für Alltägliche Arbeit

Auch in diesem Jahr ging es um die alltägliche Arbeit und um die Stärkung der Verbindung untereinander. Als Tagungsleiter und Moderator führte Bertram Scholz durch eine abwechslungsreiche Tagesordnung: So wurde sich über das Thema Gemeinnützigkeit intensiv in Arbeitsgruppen ausgetauscht.

Wie schon in den letzten Jahren wurden auch die Internetauftritte der einzelnen Volksbühnen unter die Lupe genommen und kontrovers diskutiert. Der 2. Vorsitzende der Volksbühne Bremerhaven Claus Uhde informierte in einem Vortrag über für alle Volksbühnen relevante Haftungsfragen im Vereinsrecht. Auch über die Rollen der Volksbühnen bei angebotenen Reisen wurde gesprochen: Sind sie Vermittler oder Veranstalter?

Für alle Anwesenden gab es zu jedem der besprochenen Themengebiete Gelegenheit, ihre speziellen Herausforderungen und Erfahrungen zu schildern, und so manche Teilnehmende nahmen konkrete Anregungen mit zurück in ihre Vereine.

Neues Leben für den Bundesverband

Neben diesen für die alltägliche Vereinsarbeit wichtigen Themen stand auch die Neubewertung des Bund deutscher Volksbühnen e.V.. Die Vertreter der anwesenden Volksbühnen erklärten sich bereit, dem über 90 Jahre alten Bundesverband wieder neues Leben einzuhauchen und so die bundesweite Zusammenarbeit zu stärken.

Vorstellung der “Plattform der Volksbühnen”

Michael Hillers (Volksbühne Wilhelmshaven) und Kristof Warda (Volksbühne Kiel) stellten Ihr Konzept des neuen Volksbühnen-Spiegels als “Plattform der Volksbühnen” vor: Die Internetseite soll in einem öffentliche Bereich weiter als Zeitschrift über die Aktivitäten der Vereine und über kulturpolitische Positionen informieren.

Ergänzt wird die Zeitschrift durch einen nicht-öffentlichen, internen Bereich, der als “soziales Netzwerk” den Austausch der Volksbühnen untereinander intensivieren soll. Schon während der Tagung in Jeddingen registrierten sich die ersten Interessierten für den internen Bereich.

Gemeinsam mit dem langjährigen Redakteur des Volksbühnen-Spiegels Dr. Dieter Hadamczik möchten die Neu-Redakteure durch ihre Arbeit über Informationen der einzelnen Volksbühnen zusammenführen und die Kommunikation der Vereine untereinander stärken.

Bis zum nächsten Jahr: Jeddingen 2017

So wichtig die Tagesordnungspunkte waren, so wichtig waren auch die Pausen. Gerade in den Pausen, beim gemeinsamen Essen oder beim Feierabendbier, lernte man sich in herzlicher Atmosphäre kennen (sofern man sich noch nicht kannte), oder pflegte langjährige Bekanntschaft und Verbundenheit.

Und auch die Kultur kam nicht zu kurz: Bernd Link (Volksbühne Bielefeld) und Seminarleiter Bertram Scholz sorgten mit Gedichten und Liedern fürs Abendprogramm am Samstag.

Gemeinsam blicken die Volksbühnen gespannt und zuversichtlich in die Zukunft: Zum Schluss der intensiven und lehrreichen Tagung wurde bereits der Termin für “Jeddingen 2017” verkündet. Das nächste Wochenendseminar wird am 4. und 5. November 2017 stattfinden. Natürlich im Jeddinger Hof.

Kristof Warda